Wie bei vielen Dingen gehen hier die Meinungen weit auseinander. Ich stimmt dir zu, dass die Zahl der Stunden, die man mit seinem Hund verbringt, nicht alleinig ausschlaggebend für die Qualität sind.
Was mich an deiner Stelle nachdenklich stimmen würde sind folgende Punkte:
Dein Job bringt es mit sich, dass du ihn im OP ausführen musst. Mal einen Tag (oder ein paar Tage) von zu hause arbeiten, kurzfristig Urlaub nehmen oder Stunden vom Gleitzeitkonto abfeiern geht bei dir möglicherweise nicht. Mitnehmen kannst du ihn schon gar nicht. Wenn der Hund mal krank wird (und das wird er früher oder später einmal sein), wirst du ihn nicht bei seiner Betreuung lassen wollen. Völlig egal, wie gut die ist. Das sind Situationen, die dann sehr, sehr schwierig sind. Einen Plan B gibt es für eine solche Situation nicht. Die Punkte, die Suse ansprach wie Schichtarbeit, Wochenenddienst etc., musst du für dich selbst beantworten. Und zwar ehrlich.
Der finanzielle Aspekt spielt in deiner Situation eine große Rolle. Für die ganztägige Betreuung kannst du grob geschätzt mit 200-300 Euro im Monat rechnen. Davon ist der Hund noch nicht versichert, hat noch nix gefressen, keine Steuern gezahlt, war noch nie krank. Bevor du dein weiteres Gehalt für ihn ausgeben kannst, musst du ihn erst einmal für 1500 bis 1800 Euro kaufen. Die Aktivitäten wie Welpenstunden, Junghundekurs, mal ne Einzelstunde etc. kosten ebenfalls Geld. Wie deine finanziellen Mittel aussehen, kann dir niemand sagen.
Bis der Hund 3-4 Stunden alleine bleiben kann, werden Wochen, wenn nicht sogar Monate vergehen. 5 Wochen Training werden dafür nicht ausreichen. Wie wird sich die Stundenzahl des Alleinbleibens verändern, wenn dein Freund nicht mehr da ist? Dazu kommt, was auch schon anklang: Nicht jeder kann mit einem Ridgeback raus-/umgehen. Eine bzw. zwei geeignete Personen (falls eine ausfällt) dafür zu finden, wird nicht leicht sein.
Den Punkt "wie widmet man die restliche Zeit des Tages dem Hund" kann man mit Kantine (kochen und einkaufen fällt bis auf Kleinigkeiten weg), Besuch bei bzw. von hundefreundlichen Freunden (der Rest wird eh früher oder später das Weite suchen) und insgesamt hundefreundlichen Aktivitäten (so ist das halt, wenn man einen Hund hat) in der Freizeit lösen. Allerdings muss man sich vorher überlegen, ob man das kann und möchte. Der Hund begleitet dich 10 Jahre, vielleicht länger. In der Zeit ändern sich möglicherweise deine Prioritäten hinsichtlich der eigenen Familie. Was wird dann aus dem Hund?
Man muss viele Unwägbarkeiten durchdenken und sich ehrlich fragen, ob man das kann und will.
Viele Grüße,
Stefanie mit BamBam
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