Hallo,
ich würde sagen, wirklich artgerechte Haltung ist hierzulande heutzutage überhaupt gar nicht möglich.
Wirklich und wahrhaftig artgerecht wäre in meinen Augen, mir ein riesiges Gelände anzuschaffen, ein Rudel zu halten, welches, weil eben keine Wölfe, die Möglichkeit hätte, in`s Haus zu kommen, wenn Mistwetter ist oder einfach das Bedürfnis besteht, mit Anschluß an die Menschen, ansonsten frei jagen und sich frei verpaaren sowie Konflikte selbst austragen dürfte.
Und im Verband den größten Teil des Tages `rumgammeln könnte, so wie`s gerade paßt.
Zusätzliche Nahrung gäb`s auch, ich will mal nicht so sein.
Nun ja, da das irgendwie aber alles nicht hinhaut und auch nicht wirklich realisierbar ist, sieht`s hier eben doch anders aus.
Was ich überhaupt gar nicht begreifen kann, ist, dass man das Auspowern als artgerecht ansieht.
Welcher Hund, bitte, powert sich denn FREIWILLIG komplett aus?
Sie wären ja schön blöd.
Ressourcen einteilen und dann einsetzen, wenn`s nötig ist, ist doch wesentlich sinnvoller, so rein biologisch betrachtet.
Ich denke, der Denkfehler beginnt hier schon.
Artgerecht heißt eben nicht, den Hund auszupowern.
Guckt Euch doch mal Laufhunde tatsächlich an.
Sie sind Langstreckenläufer, keine Sprinter.
Ein Hund, der ausdauernd locker bis 40 km in der Steppe schaffen kann, der wird den Teufel tun und ständig Renneinlagen hinlegen.
Auch da gibt`s natürlich Unterschiede.
Horst rennt eigentlich niemals.
Der tobt auch sehr selten mal mit anderen.
Kann er auch und es macht mir unglaublich viel Spaß, ihm dabei zuzusehen und ich freue mich jedes Mal, weil er dabei offenkundig so sehr viel Spaß hat.
Diese Einlagen sind aber nach kurzer Zeit vorbei.
Er geht täglich drei Stunden mit mir spazieren, gerannt wird dabei nicht, höchstens dem Hasen hinterher, natürlich.
Das geht ja auch schlecht im Bummeltempo.
Er ist den ganzen Tag in Gesellschaft, trifft täglich viele Hunde, mit denen er Kontakt haben darf, hat fast immer ein gemäßigtes Tempo drauf`, läuft so ca. 10, eher 15 km am Tag, könnte locker mehr schaffen und wirkt weder unausgepowered noch unzufrieden oder unterfordert.
Er läuft allerdings zu 95% frei.
Wer ihn kennt, weiß, dass sein Hintern einmalig ist, er ist enorm bemuskelt, hat kein Gramm Fett am Körper und ist topfit und hat `ne Bombenkondition.
Er war nach seiner langen, sehr schweren Erkrankung unglaublich schnell wieder auf den Beinen, laut TA liegt das u.a. auch daran, dass er vorher weder übergewichtig noch schlecht trainiert war.
Zum Thema artgerecht und Ernährung, er wird frisch gefüttert und dabei kann man natürlich auch hier bereits wieder anfangen, ob GEKOCHTES denn artgerecht sei.
Was ich aber überhaupt nicht begreifen kann, ist, darüber zu lamentieren, den Hund artgerecht zu füttern und zu bewegen und wenn man dann mal Bilder guckt (in "Lieblingsfotos" hab`ich vor einiger Zeit ein Bild gesehen, da hätte ich brechen können, so fett war der Hund), wieviele RR`s wirklich fett gefüttert sind, da brauche ich über artgerecht eigentlich nicht mehr nachdenken....
Ein fett gefütterter Hund hat mit artgerecht überhaupt nichts mehr zu tun.
Kein "artgerecht" gehaltener Hund würde Übergewicht mit sich herumschleppen.
In diesem Sinne, nein, es braucht weder Laufband noch Rucksack, um einen Lauf-Hund auszulasten.
Nur die Bereitschaft, sich seinen Bedürfnissen zu stellen.
Laufbänder aus o.g. Gründen kann ich durchaus noch akzeptieren, wenn z.B. nach langen Verletzungspausen langsam wieder Kondition aufgebaut werden soll und verschiedene Untergründe einfach für den Hund noch nichts sind.
LG, Suse
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