Grewe ist ein scharfer Beobachter, und seine Kritik an diversen "Techniken" finde ich in vielerlei Hinsicht sehr berechtigt. Ich finde es alles andere als arrogant, Hunde nicht auf Funktionalität und ein Dasein als Sportgerät, Ausstellungsstück oder Seelentröster zu reduzieren, sondern darauf hin zu weisen, dass Erziehung viel mit Beziehung, und damit mit Dynamik, mit Interaktion, Kritikfähigkeit und der Freude am Konflikt zu tun hat, auch wenn es sich um eine Beziehung zu und mit Artfremden handelt.

Ich nutze den Clicker beispielsweise als das, was er ist: ein Kommunikationsgehilfe, der meinem Hund vermittelt, was ich mir wünsche. Ob mein Hund diesem Wunsch entspricht hat wieder erheblich mehr mit der sozialen Komponente zu tun - mit meiner und seiner Persönlichkeit, und meiner Fähigkeit, mit ihm in einen Dialog zu treten.

Nichts anderes skizziert und fordert Grewe letztendlich - ob er das als Trainer dann auch umsetzen kann, vermag ich nicht zu beurteilen. Das Buch finde ich witzig geschrieben und durchaus empfehlenswert, wenn man sich mit verschiedenen Schulen kritisch auseinander setzen möchte.

Bodytalk ist mehr eine Art Bilderbuch - kann man haben, muss man aber nicht. Ich fand darin nicht viel weltbewegend Neues, aber es macht durchaus aufmerksam für die eigene Körpersprache, und sensibilisiert für die Fähigkeit der Hunde, diese zu lesen.